Begadi Guides

Hier möchten wir Ihnen einen stetig wachsende Sammlung an Spielhilfen und Infos zur Verfügung stellen! Der Service ist natürlich für alle Kunden kostenlos,
wir weisen aber darauf hin, dass eine Vervielfältigung, komplette oder auszugsweise Nutzung oder Verbreitung ohne unsere Zustimmung untersagt ist!
Begadi Akku Guide
Einleitung: Bis 1991 wurden Airsoftwaffen mit Gas oder Federdruck betrieben, dann brachte Tokio Marui, nach 7 jähriger Entwicklungszeit, mit der Famas die erste AEG (Automatic Electric Gun) auf den Markt. Ab diesem Zeitpunkt war der Siegeszug der AEGs nicht mehr aufzuhalten. In Deutschland werden die AEGs aufgrund des gültigen Waffengesetzes so verändert, dass sie nur halbautomatisch schießen können. Der Begriff SAEG (Semi Automatic Electric Gun) hat sich in Deutschland etabliert.

Heute gibt es ein gigantisches Angebot an verschiedenen SAEG Modellen und auch das Angebot an Akkus hat sich im Laufe der Jahre stark entwickelt. Mit diesem Guide soll ein Überblick über die erhältlichen Akkus geschaffen werden, sowie eine Entscheidungshilfe für die Wahl des richtigen Akkus für Ihre Anforderungen gegeben werden.



Ein 7,4V 1200mAh LiPo Akku (oben) im Vergleich zu einem 9,6V 1600mAh NiMh Akku (unten). Aufgrund des hohen Entladestroms von LiPo Zellen betreiben beide Akkus eine Gearbox ungefähr gleich schnell, obwohl der NiMh Akku 2,2V mehr Spannung aufbringt als der LiPo. Ein weiterer Vorteil der LiPos, die geringe Größe.

Grundlagen:

Jeder Akku verfügt über drei Werte, die dessen Leistungsfähigkeit beschreiben.

Die Spannung, gemessen in Volt (V), je höher der Wert, umso schneller arbeitet die Mechanik in der Gearbox und umso stärkere Federn können damit aufgezogen werden. NiCd und NiMh mit 8,4V werden oft in Sets zusammen mit SAEGs verkauft, diese sind jedoch für dauerhaftes halbautomatisches Feuer zu schwach, wodurch das Risiko eines Gearbox Jams stark erhöht wird und sollten daher nicht verwendet werden.

Die Kapazität, gemessen in Milliamperestunden (mAh), gibt an, wie lange der Akku hält. Je höher der Wert, umso länger kann der Akku benutzt werden, bis er wieder aufgeladen werden muss. Die Kapazität wird durch die Baugröße der Zellen begrenzt.

Der Entladestrom, angegeben über den C-Koeffizienten (C), steht für die Restkapazität und die Zeit, in der ein konstanter Entladestrom abgegeben werden kann. LiPos sollten mindestens über einen Entladestrom von 25C verfügen.



Ein 7,4V 1200mAh LiPo Akku in einer Real Sword Type 56-2. Aufgrund des Klappschafts ist in dieser SAEG nur sehr wenig Platz für einen Akku. Die kleinen LiPos eignen sich hier hervorragend.

Akkutypen:

NiCd (Nickel Cadmium) Akkus sind die ältesten für SAEGs verwendeten Akkumulatoren, jedoch dürfen diese aufgrund des hochgradig umweltgefährdenden Cadmiums seit dem 31.12.2016 nicht mehr in der EU verkauft werden.

NiMh (Nickel Metall Hydrid) Akkus entsprechen vom Aufbau her den NiCd Akkus, enthalten jedoch anstelle des Schwermetalls Cadmium, Nickelmetallhydrid. Dieses hat, neben dem Umweltaspekt, einen weiteren Vorteil, bei gleich bleibendem Volumen ergibt sich ein höhere Kapazität. Die Selbstentladung ist bei NiMh Akkus höher als bei NiCd Akkus. Sie liegt bei ca. 30% pro Monat, seit 2006 gibt es jedoch auch selbstentladungsarme Akkus, bei denen dann das Niveau von NiCD Akkus von ca. 15% pro Monat erreicht wird. Ein weiterer Nachteil ist der, im Vergleich zu NiCd Akkus, höhere Innenwiderstand, welcher sich durch ein langsameres Ansprechverhalten einer SAEG bemerkbar macht, dieser Nachteil kann jedoch durch eine Erhöhung der Zellenanzahl und damit der Spannung wieder wett gemacht werden.
NiMh Akkus sind temperaturempfindlicher als NiCd Zellen, welche bei Minusgraden bedenkenlos eingesetzt werden können, während NiMh Akkus nicht unterhalb des Gefrierpunkts geladen oder benutzt werden sollten. Auch Temperaturen jenseits von 30° können dem NiMh Akku schaden. NiMh Akkus sollten nicht zu schnell geladen werden, da diese sich sonst zu stark erwärmen, auch sind NiMh Akkus empfindlicher als NiCd Akkus, was das Überladen und Tiefentladen betrifft.



Ein 9,6V 1600mAh NiMh in der Bauweise „Triple Stick“, dieser Typ eignet sich z.B. optimal für Crane Stocks. Aufgrund der hohen Anzahl der Zellen, in diesem Fall 8, kann man NiMh Akkus in vielen verschiedenen Konstellationen anordnen und damit den vorhandenen Platz optimal ausnutzen, ist aber immer auf die Größe der einzelnen Zellen beschränkt.

LiIon (Lithium Ionen) haben einen deutlich höheren Innenwiderstand als NiMH und NiCd Akkus und sind daher für Airsoft Anwendungen nicht geeignet.



Dieser LiPo 7,4V 1200mAh ist extra schmal gehalten und optimal geeignet für AK Modelle, bei denen der Akku unter dem Gehäusedeckel untergebracht werden muss, wenn anderweitig kein Platz zur Verfügung steht.

LiPo (Lithium Polymer) sind die Weiterentwicklung der LiIonen Akkus und heutzutage der Standard im Airsoftbereich. Im Unterschied zu den LiIonen Akkus wird hier ein fester Elektrolyt verwendet, wodurch ein Gehäuse um den Akku nicht mehr notwendig ist. Dadurch sind die Akkus nicht nur leicht, sondern können auch in fast jeder beliebigen Form hergestellt werden.
LiPos haben den Vorteil, dass sie eine hohe Spannung gleichmäßig über einen langen Zeitraum bereitstellen können, während bei NiMh und NiCd Zellen die Spannung relativ schnell abfällt, ist diese bei LiPo Zellen bis zum Schluss nahezu konstant.
Der große Nachteil der Zellen liegt in deren Empfindlichkeit, sowohl gegen Überladung und Tiefentladung, sowie gegen Hitze, Kälte, Stöße und Kurzschlüsse. Mit sinkender Temperatur nimmt der Innenwiderstand der Zellen zu.
Da unterschiedlich geladene Zellen einen LiPo Akku schnell zerstören können, sind diese in der Regel mit einem Balancer-Anschluß versehen. Über diesen können hochwertige Ladegeräte den Ladestrom gleichmäßig auf die Zellen verteilen. Von einem Laden des Akkus ohne Balancer ist dringend abzuraten !
Da LiPo Zellen, im Gegensatz zu anderen Akkutypen, kein Gehäuse besitzen kann hier ein leichtes kokeln des Akkus durch Überladen, aufgrund der ungehinderten Frischluftzufuhr, schon zu einem schwerwiegenden Brand führen. Es ist daher anzuraten LiPo Akkus in einer speziellen Ladetasche aus feuerfestem Material und zusätzlich auf einem feuerfesten Untergrund zu laden.
Um einer Tiefentladung vorzubeugen gibt es sog. LiPo-Saver, welche die Spannung des Akkus überwachen und den Akku bei einer Zellenleistung von unter 2,9V abschalten sowie ein akustisches oder optisches Signal an den Benutzer abgeben, um einer Beschädigung des Akkus vorzubeugen. Diese werden einfach auf den Balanceranschluß aufgesteckt und können so jede Zelle einzeln überwachen.



Ein LiPo-Saver, links das Balancerkabel des Akkus. Bei Akkus mit nur 2 Zellen (z.B. LiPo 7,4V) ist darauf zu achten den Minuspol (schwarzes Kabel) am „COM-Port“ anzuschließen, der BAT3-Pin bleibt dann leer. Dieser Saver gibt nicht nur optisch und akustisch Alarm bei zu niedriger Akku Spannung, sondern zeigt über die LEDs auch den aktuellen Ladezustand des Akkus an.
Eine LiPo Zelle sollte bei längerer Lagerung mit 3,7 – 3,9V pro Zelle geladen sein, die maximale Spannung von 4,2V je Zelle darf nicht überschritten werden. LiPo Akkus sollten mit maximal 1C geladen werden, das bedeutet, dass ein 1200mAh Akku mit maximal 1,2 A Ladestrom geladen werden sollte. Der Ladestrom lässt sich am Ladegerät einstellen.
Die Verwendung von Akkus mit hoher Spannung kann sich auch auf die Internals der Gearbox wie z.B. Tappet Plate oder Switch Assembly auswirken, es ist daher angeraten diese Teile gegen verstärkte Komponenten auszutauschen. Ein MOSFET ist hier eine sinnvolle Ergänzung, mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Mosfet Guide.

Wenn Sie folgende Sicherheitsregeln beachten, sind LiPos nicht gefährlicher als herkömmliche Batterien:

• Verwenden Sie eine Ladetasche aus feuerfestem Material und laden Sie den Akku auf feuerfestem Untergrund.
• Laden Sie den Akku mit maximal 1 C.
• Die Ladetemperatur sollte zwischen 0 und 45°C liegen.
• Die Entladetemperatur liegt zwischen -20 und 60°C.
• Unter 0°C sollten LiPos nicht mehr verwendet werden.
• Laden Sie ausschließlich an hochwertigen Ladegeräten mit Balanceranschluß.
• Verwenden Sie einen LiPo-Saver um den Akku vor Tiefentladung zu schützen.
• Um den Akku vor Stürzen zu schützen, sollten Sie ihn in der Waffe polstern und möglichst fest verankern, die Polsterung kann dabei auch als Kälteisolierung dienen.
• Verwenden Sie hochstromfähige Steckverbindungen (Dean oder XT60-Stecker).

LiFePo (Lithium Eisen Phosphat) Akkus verwenden ein flüssiges Elektrolyt und haben einen erheblich niedrigeren Innenwiderstand als LiIon Akkus, was sie für Hochstromanwendungen wie z.B. Airsoft prädestiniert. Sie sind ein optimaler Kompromiss zwischen NiMh und LiPo Akkus.
Einer der größten Vorteile ist die Möglichkeit hohe Ladeströme nutzen zu können und damit die Ladezeit erheblich zu verringern. 3C sind problemlos möglich, es gibt Akkus, die in 20-30min auf 95% Ihrer Kapazität geladen werden können.
Ein Balancer ist bei LiFePos nicht zwingend nötig, es ist jedoch angeraten diesen zu benutzen. Eine thermische Überlastung ist bei LiFePos nicht möglich, wodurch die Akkus auch für harte Einsätze geeignet sind. Der Einsatzbereich der Akkus liegt bei -45 – 70°C, jedoch ergeben sich, wie bei allen Lithium Akkus, ab ca. 5°C abwärts Spannungseinbrüche, die jedoch keinen Kapazitätsverlust des Akkus nach sich ziehen. Die Selbstentladung liegt bei ca 3-5% pro Monat, die Akkus können daher in jedem Zustand (Außer vollständig geladen und vollständig entladen) gelagert werden.



Größenvergleich zwischen einem LiFePo 9,9V 1100mAh (oben) und einem LiPo 11,1V 1300mAh (unten).

Der größte Nachteil von LiFePos ist die geringe Energiedichte, die Akkus sind im Vergleich zu z.B. LiPos sehr groß (bei gleicher Leistung) was den Einsatz bei Airsoft Waffen etwas einschränkt. Aufgrund der Nennspannung von 3,3V kann es sein, dass ein 9,9V Akku in einer Airsoft Waffe zu schwach und die nächst mögliche Spannung von 13,2V bereits zu hoch ist.

Mythos Memory Effekt:

Der sog. Memory Effekt wurde von NASA Mitarbeitern entdeckt, diese stellten fest, dass ein NiCd Akku, den sie in einem Satelliten installiert hatten, nach einem Erdumlauf immer nur noch soviel Kapazität hatte, wie während des vorherigen Erdumlaufs verbraucht und wieder geladen wurde.
Hierbei handelte es sich jedoch um eine alte Bauform eines NiCd Akkus, mit gesinterten Elektroden, diese Bauart wurde bis in die 90er Jahre benutzt inzwischen ist dieser Effekt aber auch bei NiCd Akkus nicht mehr so hoch wie damals.
Der Memory Effekt kann durch mehrmaliges Laden und Entladen bis zur Entladeschlußsspannung (kein Tiefentladen) rückgängig gemacht werden, dies geht jedoch natürlich auf Kosten der nutzbaren Ladezyklen.

NiMh Akkus haben keinen Memory Effekt, jedoch kann es hier durch unvollständiges Entladen vor dem Wiederaufladen zum sog. Batterieträgheitseffekt kommen. Dieser setzt nicht die Kapazität herab, sondern die abgegebene Spannung während des Entladens. Genau wie der Memory Effekt kann der Batterieträgheitseffekt durch mehrmaliges Laden und Entladen rückgängig gemacht werden, auch hier auf Kosten der nutzbaren Ladezyklen.

Lithium Akkus verwenden komplett andere Materialien und bleiben daher von beiden Phänomenen verschont. Entsprechende Regenerationsprogramme oder Ladetechniken sollten daher bei Lithium Akkus auf keinen Fall verwendet werden, da diese dem Akku nur schaden und in keinem Fall nutzen können !

Steckverbindungen:

Bei den meisten Airsoftwaffen sind die sog. Tamiya Steckverbindungen serienmäßig verbaut, diese gibt es in einer kleinen und einen großen Ausführung. Sie stammen ursprünglich aus dem Modellbau und wurden nach der Firma benannt, die sie erfunden hat. Für NiCd und NiMh Akkus sind diese von der Belastung her vollkommen ausreichend.
Die Kabel werden hier mit einer speziellen Zange auf Metallstifte aufgecrimpt (gequetscht), welche dann über einen Widerhaken in eine Plastikbuchse gesteckt werden. Dieser Aufbau ist sehr störanfällig, vor allem wenn man die Stecker unsachgemäß am Kabel zieht.



Verschiedene Steckverbindungen, von links nach rechts: XT60 Stecker, DEAN Stecker (beide hochstromfähig), Tamiya klein, Tamiya groß (nicht hochstromfähig und störanfälliger).

Hochstromfähige Stecker werden gelötet und bieten damit eine deutlich geringere Störanfälligkeit als die Tamiyastecker. Sie sind daher nicht nur bei Lithium, sondern bei allen Steckverbindungen im Airsoftbereich zu empfehlen.
Beim Löten sollte man jedoch darauf achten, dass die Hitze, welche durch den Lötkolben an das Kabel abgegeben wird, angeschlossene Akkuzellen zerstören kann.
Begadi BB Guide
Begadi BB Guide als PDF Download
Begadi Magazintaschen Guide
Begadi Magazintaschen Guide (welche Magazintasche passt für welches Magazin ?)als PDF Download
Begadi Magazintaschen Guide
Begadi Akkuliste (wo passt welcher Akku ?) als PDF Download